Zunächst etwas Allgemeines zu Alpakas:

Die frühesten Formen der heutigen Kameliden entstanden vor ca. 35 - 40 Millionen Jahren im heutigen Nordamerika.
Vor etwa 2 - 3 Mio. Jahren wanderte ein Teil dieser "Urweltkameliden" über die damalige Landbrücke von Alaska nach Sibirien und von dort weiter nach Asien und Afrika. Dort entwickelten sie sich zu den uns bekannten Großkamelen bzw. Altweltkameliden: Dem einhöckrigen Kamel (Dromedar) Afrikas und Asiens, welches nur als Haustier bekannt ist und dem zweihöckrigen Kamel oder Trampeltier, von dem es Haus- und Wildtiere gibt. Ein anderer Teil der Urweltkameliden ist über Mittel- nach Südamerika gewandert; aus diesen Vorfahren entwickelten sich die südamerikanischen Kleinkamele, die Neuweltkameliden.

In Nordamerika selbst starben die Kameliden vor ca. 12000 Jahren aus. Zu dieser Zeit existierten in Südamerika bereits die beiden Wildformen der Neuweltkameliden Vikunja und Guanako, aus denen dann die beiden Haustierformen Lama und Alpaka entstanden.
Aufgrund von Knochenfunden ging man davon aus, dass Guanakos bereits vor ca. 7000 Jahren von den Indios domestiziert und in Pferchen gehalten wurden. Schon früh war man sich einig, dass das Lama vom Guanako abstammt, über die Abstammung der Alpakas herrschte lange Zeit Uneinigkeit. Erst Mitte der 1990er Jahre wurde durch umfangreiche DNA-Tests festgestellt, dass das Alpaka wahrscheinlich vom Guanako abstammt. 2001 erbrachte ein DNA-Test das Ergebnis, das das Vicunja möglicherweise die Urform des Alpakas sei. Beide 'Thesen' halten sich seitdem bislang hartnäckig nebeneinander.

Lamas und Alpakas gehören zu den ältesten Haustierrassen und versorgten die Indios mit Fleisch, Leder, Wolle und Fellen.
Während Lamas vor allem als Transporttiere wertvolle Dienste leisteten und somit ständigen Kontakt zum Menschen hatten, wurden Alpakas in großen Herden gehalten, die normalerweise nur einmal jährlich gefangen und geschoren wurden. Daraus wird oft gefolgert, dass Lamas Menschen gegenüber aufgeschlossener sind, wohingegen Alpakas zwar sehr neugierig, jedoch insgesamt scheuer und auf ihren Sicherheitsabstand bedacht sind.
Zwar fanden schon um 1900 südamerikanische Kameliden ihren Weg auf die anderen Kontinente, um dort vorwiegend in Zoos oder privaten Tierparks gehalten zu werden, doch erst vor etwa 25 Jahren begann eine sprunghafte Nachfrage. Lamas und kurz darauf auch Alpakas wurden von Chile, Peru und Bolivien in diverse Länder exportiert. Heute sind sie fast auf der ganzen Welt anzutreffen.

Aussehen, Größe, besondere Merkmale:

Es gibt zwei Alpaka-Typen: Das Huacaya und das Suri, wobei Suri Alpakas nur mit einem Anteil von ungefähr 10% an der Gesamtpopulation vertreten sein sollen.
Suris unterscheiden sich von den Huacayas vor allem in der Bewollung. Die Haare drehen sich in Locken und hängen dicht am Körper nach unten, so entsteht entlang der Wirbelsäule ein Mittelscheitel. Die Haare haben keine Kräuselung (Crimp), dafür jedoch einen ausgeprägten Glanz. Huacayas sind am ganzen Körper dicht bewollt, je nach Alter und Typ kann die Behaarung unterschiedlich ausgeprägt sein.
Die Körpergröße (Stockmaß / Widerristhöhe) beim erwachsenen Alpaka reicht von ca. 80 bis 100 cm, das Gewicht ausgewachsener Tiere von ca. 65 bis 85 kg.
Kameliden gehören zu den Paarhufern, Unterordnung Schwielensohler (Typoloden). Wenn man die Füße von unten betrachtet, sieht man zwei längliche ledrige Sohlen, die vorne von jeweils einem Nagel geschützt werden. Durch ihre weichen Sohlen verursachen Alpakas im Gegensatz zu Huftieren kaum Trittschäden.
Wie alle Kameliden haben Alpakas sehr große Augen, die meist dunkelbraun, -grau oder schwarz sind. Manchmal sieht man auch hellblaue Augen, was zwar optisch durchaus interessant aussehen kann, jedoch möglicherweise mit einem Erbfehler verbunden ist und daher in der Zucht nicht erwünscht ist.
Alpakas haben nur im unteren Kiefer Schneidezähne, die auf das vordere Ende der Kauplatte im Oberkiefer stoßen sollten. Zahnfehlstellungen wie Über- und Unterbiss sind recht häufig.
Alpakas haben mehrere Gangarten. Beim gemächlichen Dahinschreiten bedienen sie sich des Passgangs, wenn sie es eilig haben, verfallen sie in Galopp. Es gibt eine weitere, nur schwer zu beschreibende Fortbewegungsweise, die in einem amerikanischen Artikel einmal als "stotting" bezeichnet wurde. Meist fängt es an, indem ein Jungtier übermütig losgallopiert und dann mit allen vier Beinen in ein federndes Springen verfällt. Davon lässt sich dann häufig ein Großteil der Herde anstecken.

Ernährung

Kameliden kauen zwar wieder, sind aber keine echten Wiederkäuer, sie haben nur 3 Mägen, die der Nahrungsaufspaltung bzw. Vorverdauung dienen.
Alpakas stammen aus sehr kargen Regionen, ihr Organismus ist auf sehr gute Futterverwertung ausgelegt. Gras, Raufutter in Form von Heu wie auch frisches Wasser sollte ihnen ständig zur Verfügung stehen.
Die Gabe von Zusatz- und Kraftfutter sollte leistungsgerecht und dem Ernährungszustand angepasst sein.

Pflege

Zur Pflege gehört

  • regelmäßige Kontrolle von Nägeln, Zähnen, Ohren und des Ernährungszustandes, wie auch ein prüfender Blick in Bezug auf äußere Parasiten
  • regelmäßiger Schnitt der Nägel (Längenwachstum)
  • jährliche Schur bei Huacayas, bei Suris normalerweise alle zwei Jahre
  • regelmäßige Entnahme von Kotproben zwecks Prüfung von Parasitenbefalls

Alpakas sind Fluchttiere und daher bemüht, sich körperliche Leiden nicht anmerken zu lassen. Wenn man also auf ein Tier trifft, dem es augenscheinlich nicht gut geht, sollte man schleunigst den Tierarzt zu Rate ziehen und nicht den weiteren Verlauf abwarten.

Haltung

Alpakas sind Herdentiere und sollten daher keinesfalls einzeln gehalten werden, wie auch nicht dauerhaft im Stall. Alpakas können ganzjährig im Freien gehalten werden. Dazu sollte ihnen ein geeigneter wetterfester Unterstand zur Verfügung stehen.

Verhalten

Alpakas spucken - aber normalerweise untereinander. Spucken dient als Abwehr, Verteidigung, Dominanzgeste. Normalerweise würde kein Alpaka einen Menschen "einfach so" anspucken, denn er ist ja kein Artgenosse, mit dem die Rangfolge zu klären ist. Aber natürlich gibt es auch Situationen, wo man damit rechnen sollte, auch etwas abzukriegen.
Manchmal steht man schlicht im Weg, wenn zwei sich nicht einig sind, vielleicht auch im Streit darum wer jetzt ans Futter darf. Allerdings gibt es auch Alpakas, die dem Menschen auf diese Weise klar machen wollen, dass Nägelschneiden im Moment nicht das ist, was sie möchten.
Bei einem fehlgeprägten Alpaka kann es dagegen durchaus zum bewussten Anspucken des Menschen kommen, da es den Menschen als Artgenossen ansieht und daher seine Dominanz durch Spucken untermauert.
Fehlprägung entsteht durch zu menschennahe Aufzucht der Babys (bei Flaschenkindern ist das Risiko naturgemäß besonders hoch). Es ist zwar sicherlich zuerst sehr verlockend ein handzahmes Alpakajunges zu haben, jedoch ändert sich das sehr schnell, wenn das Baby dann groß ist und man es mit einem erwachsenen Alpaka zu tun kriegt, das nun plötzlich anfängt zu spucken und zu rempeln, um sein Futter oder seine Position in der Rangordnung zu verteidigen.
Alpakas sind liebenswerte und neugierige Tiere. Es macht Freude, sie zu beobachten und mit ihnen umzugehen. Sie sind jedoch keine Kuscheltiere wie z.B. Katzen, auch wenn sie noch so knuddelig aussehen.

 

Quelle

Diese Informationen haben wir zum Teil von Regina Ludwig von den "Anden-Alpakas" aus Paderborn-Salzkotten erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Insgesamt konnten wir feststellen, gibt es sehr viel gleichlautende allg. Informationen über Alpakas im Netz. Solche Informationen stellen keine besonderen Geheimnisse dar, sondern haben lediglich den Zweck, Interessierten den Zugang zu den Alpakas zu erleichtern.